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Umformverhalten von Beschichtungen

Es ist branchenübergreifend gängige Praxis, dass Bleche schon vor ihrer endgültigen Formgebung in bereits beschichtetem Zustand vorliegen. Das zwingend erforderlich gute Umformverhalten dieser “ersten Schicht“ besteht aus einer Kombination aus ausreichender Elastizität, um den vorliegenden Umformprozess zu begleiten ohne zu reißen, und nach der Umformung bleibend gutem Haftvermögen auf dem Blechmaterial.


Es ist branchenübergreifend gängige Praxis, dass Bleche schon vor ihrer endgültigen Formgebung in bereits beschichtetem Zustand vorliegen. Dies ist eine bewährte wie auch verbreitete Vorgehensweise, um Korrosion während des Transportes sowie der Lagerung vorzubeugen, aber auch um einen umständlichen und kostenintensiven nachträglichen Lackierprozess des Objekts oder seiner Einzelteile zu vermeiden. Ein gängiges Beispiel hierfür sind die sogenannten “Coil Coating“ –Bleche. Diese erste Beschichtung verbleibt auch nach dem endgültigen Verformen auf dem Blechmaterial und ist als Trägerschicht für den weiteren Beschichtungsaufbau zu verstehen, somit also bereits qualitätsrelevant entscheidend.

Das zwingend erforderlich gute Umformverhalten dieser “ersten Schicht“ besteht aus einer Kombination aus ausreichender Elastizität, um den vorliegenden Umformprozess zu begleiten ohne zu reißen, und nach der Umformung bleibend gutem Haftvermögen auf dem Blechmaterial. Diese Eigenschaften können mit ERICHSEN Blechprüfmaschinen unter genormten Bedingungen im Labormaßstab wie auch produktionsbegleitend geprüft werden. Der Pionier und Erfinder der hierfür grundlegenden, weltweit noch immer aktuellen Prüftechnik, ist A.M. Erichsen, der Firmengründer von ERICHSEN.

Produktbeispiele:

Lack- und Farbenprüfmaschine, Modell 200

Das lackierte oder mit einem Schutzüberzug versehenes Probeblech wird mit einem kugelförmigen Stempel in eine Matrize gedrückt und dabei so weit gedehnt, bis der Lack- oder sonstige Überzug reißt oder abblättert. Die Eindringtiefe des Kugelstößels bei Beginn der Zerstörung ist das Maß für die Qualität der Lackierung oder des Überzuges, bezogen auf die Dehnfähigkeit und Haftfestigkeit. Diese einfache, handbetriebene Prüfmaschine eignet sich besonders für die Qualitätsprüfung in kleineren Verarbeitungsbetrieben von Lacken, Farben, Kunststoffbeschichtungen sowie Emaillierungen.

Durchführbar mit dem Modell 200 ist die ERICHSEN-TIEFUNGSPROBE nach DIN ISO 1520 ISO 1520 BS 3900 : Part E4 NF T 30-019. SIS 18 41 77 an lackierten Blechen und Bändern bis zu 1,25 mm Dicke und einer Breite von 70 - 90 mm bei einer Zugfestigkeit von 400 N/mm².

 

Lack- und Farbenprüfmaschine, Modell 202 EM

Diese einfach zu bedienende Lack- und Farbenprüfmaschine, Modell 202 EM, dient zur schnellen und genauen Ermittlung der Dehnfähigkeit und Haftfestigkeit von Anstrichfilmen und Schutzüberzügen jeder Art mittels der ERICHSEN-Tiefungsprobe nach DIN EN ISO 1520 BS 3900 : Part E4, NF T 30-019 SIS 18 41 77 an Blechen und Bändern bis zu 1,5 mm Dicke und einer Breite von max. 100 mm. Mit Hilfe des ERICHSEN-Tiefungswertes lassen sich wertvolle Rückschlüsse auf die Eignung eines Anstrichs oder einer Beschichtung im praktischen Gebrauch ziehen. Werden nur geringe Tiefungswerte erreicht, so besteht die Gefahr, dass in der Praxis die lackierten Gegenstände den entsprechenden Dehnungsbeanspruchungen nicht standhalten. Das wiederum bedeutet, dass der Untergrund - also das Trägermetall - einer korrosiven Einwirkung von außen in höherem Maße ausgesetzt ist. Das Modell 202 EM ist - besonders auch durch das zu dieser Maschine lieferbare Zubehör - vielseitig einsetzbar. Sowohl von Lack- und Farbenherstellern als auch -verarbeitern wird es für die Qualitätskontrolle geschätzt.

Tiefungs- und Tiefziehprüfmaschine, Modell 242-Basic

Bei der Herstellung von Tiefziehprodukten werden die Vormaterialien in allen drei Koordinatenebenen verformt. Um spätere Korrosionsschäden zu vermeiden, darf die Oberflächenbeschichtung dabei keinen Schaden nehmen. Für die im Rahmen der Qualitätssicherung standardmäßig notwendigen Kontrollen und Nachweise ist das Modell 242-Basic für die Tiefungsund Tiefziehprüfung im Blechdickenbereich von 0,2 mm bis 4,0 mm besonders geeignet.

Will man die Prüfungen durch Sonderuntersuchungen weiter verschärfen, so lässt sich das z.B. mittels eines Nachzugs (weiteres Nachziehen eines Einheitsnäpfchens durch Verkleinern der Ziehmatrizen und -stempel) problemlos durchführen. Des weiteren kann durch den zusätzlichen Einsatz unseres Sickenprüfgerätes, Modell 227, eine Sicke in die zylindrische Wandung eines Näpfchens eingedreht werden, bis eine mechanische Zerstörung der Beschichtung hervorgerufen wird. Auch hiermit lässt sich die Prüfung zusätzlich verschärfen. Der genannte Blechdickenbereich von 0,2 mm bis 4,0 mm bezieht sich auf Materialfestigkeiten von 400 N/mm². Kommen größere/kleinere Festigkeiten zum Einsatz, so verkleinert/vergrößert sich der Wert der maximal ziehbaren Blechdicke entsprechend.